Fabian Lang 5 Tipps zum Traumjob Musikproduzent Songwriter Komponist

Fabian Lang – Reg dich nicht auf, du hast den besten Job der Welt

Lesezeit: 4:00 Min.

5 Insider-Tipps zum Traumjob im Musicbusiness

Sachsen-Anhalt, Halle, Kopfsteinpflaster, schöne Gründerzeithütte, das Stahltor im Erdgeschoss öffnet sich. Dahinter betrete ich ein, die ganze Etage füllendes, Wohn-Loft samt Tonstudio. Hier lässt sich´s aushalten, denke ich und schaue mich um. Den langen, schmalen Flur zieren edel gerahmte Plattencover von Eko Fresh bis Plusmacher. Sie wirken wie Trophäen eines Sportlers und machen mich gespannt auf die nächste Tür am Ende des Ganges. Dahinter das volle Programm: Tonstudio samt Keys, Mics, Drums und Reglern, die Goldene Schallplatte an der Wand. Hier treffe ich einen alten Bekannten aus Jugendtagen.

Eigenes Studio. Spannende Projekte. Goldene Schallplatte. Ein Leben von und für die Beats.

Fabian Lang ist Vollprofi im Musikgeschäft. Ein Selfmademan – er verkörpert den großen Traum, vom Hobby zur Berufung zu finden. Er liebt was er tut. Höre ich ihn vom Musikmachen reden, dann reißt mich seine absolute Überzeugung mit. Und bei alledem ist er komplett auf dem Boden geblieben. Sehr angenehm. Angefangen hat er als jugendlicher Rapper in Halle an der Saale, ist kontinuierlich drangeblieben, hat gelernt und geackert und genau das erreicht, wovon viele tausende Musiker träumen.

Heute lebt er vom Musicproducing und Songwriting in unterschiedlichen Genres. Unter verschiedenen Pseudonymen hat er an mehreren No.1-Alben mitgeschrieben und -produziert. Von GangsterRap bis GothRock, in Deutschland, Österreich und in der Schweiz – in der Branche hat Fabian seinen Platz. „Musik war schon immer mein Ding.“, erzählt er mir und erinnert sich: „Seit ich zum ersten Mal Moonwalker von Michael Jackson sah, war ich gebannt.“ Er macht Musik seit er ein Kind war, verbrachte seine komplette Jugend mit Beats und Sounds. Später, im Studienfach Audioproduktion trifft er aber lediglich die Note 4. Mit seinem heutigen Erfolg hat das Studium zum Medienmanager kaum etwas zu tun.

#1: Das Wichtigste im Studium ist nicht, was du dort lernst, sondern wen du kennenlernst.

 

 

In den 90ern und frühen 00er Jahren ist Fabian Lang selbst als Rapper aktiv im Rampenlicht der ostdeutschen HipHop-Szene. Er spielt mehrere Touren und fühlt sich trotz des steigenden Erfolgs irgendwann unfrei als MC. Die Schlüssel-Erkenntnis, sich als Interpret nicht voll entfalten zu können, geht ihm auf „wie die Tür zum Licht“, wie er heute verrät. Genervt vom local-fame erkennt er damals, was er eigentlich wirklich will. Er verlässt die Bühne ein für allemal und beginnt, Musik für andere Artists zu schreiben. Er produziert von nun an seine Songs nicht nur für HipHop-Acts, sondern lebt sich in verschiedensten Musikrichtungen aus – er textet und komponiert von Rock bis Pop und sogar Schlager. Wie sehr er die Musikbranche dadurch verstehen lernt, wird für ihn auf lange Sicht unbezahlbar wertvoll werden. Seither steht er nicht mehr auf – sondern neben der Bühne. Und dort grinst er entspannt, wenn das Publikum ausrastet und jemandem anders den Applaus für die Bretter schenkt, die er erschaffen hat. „Von jetzt an konnte ich mich völlig frei bewegen. Niemand schreibt einem Produzenten vor, was er zu machen hat.“

#2: Als Interpret im Rampenlicht hast du eine klare Marke zu bedienen. Als Produzent für andere Künstler kannst du ein wechselndes Chamäleon sein.

 

 

Er erntet dadurch weniger Fame als der Interpret. Oft erntet er sogar weniger Euros als der Interpret. Aber Fabian wirkt glasklar, als er seine „Entscheidung für´s Glücklichsein“ beschreibt: „Ich liebe was ich mache und bin wahnsinnig dankbar dafür, dass ich das machen darf. Ich will mich immer wieder Projekten widmen, die ich neu und spannend finde – egal ob sie kommerziell relevant sind oder nicht. Ich will nicht nur abarbeiten. Ich will in jedem Song etwas haben, das mir selbst zu 100% gefällt. Und diese Freiheit kann ich mir eben nehmen. Selbst wenn ich mich manchmal ärgere, weil irgendetwas nicht klappt, dann sage ich mir: Reg dich nicht auf, Mann. Du hast den besten Job der Welt.“

#3: Der Fame ist nicht das, was glücklich macht. Sich persönlich frei entfalten zu können ist viel wichtiger.

 

 

Fabian erklärt mir die Basics seines Geschäfts als freischaffender Musikproduzent, den Unterschied zwischen Komponisten, Textern, Songwritern und Produzenten, die Verhältnisse zwischen Künstlern und Labels, die Deals und die Cashflows. Und er verrät mir, nach welchen Kriterien große Labels heute Künstler unter Vertrag nehmen. Sein Tipp um wahrgenommen zu werden und relevante Kontakte zu knüpfen: Schenk deine Musik Leuten in einschlägigen Medienberufen – Fotografen, Videoleute, Grafiker. Diese Menschen sind Influencer in der Musikbranche. Gute Musik findet dann auch ihren Weg – erst recht in der heutigen Zeit. Um bemerkt zu werden, investiere auch eigenes Geld in deine Promo, in gute Videos, in den Mix und das Mastering. Zuerst investierst Du selbst, später investieren Andere in deine Musik. Heutzutage brauchst du kein Label mehr, um dir eine Fanbase aufzubauen. Und umgekehrt signen große Labels keine Künstler mehr, ohne eine bereits bestehende Fanbase.

#4: It´s not a TakeGame, it´s a GiveGame. Du selbst bist der größte Investor in deine Musik.

Viele Newbies fragen Fabian nach „dem Profi-Mikro“, „dem Profi-Synthesizer“. Er rät: „Vergesst das! Es gibt nicht „das“ Profi-Equipment und „das“ Laien-Equipment. Wichtig ist stattdessen, wie welches Gerät klingt und zu welchem Zweck du es einsetzt. Viel wichtiger als das Equipment ist deine persönliche Lernkurve in der Anwendung deiner Geräte. Probiere und vergleiche, lies Handbücher, nutze Onlinekurse wie etwa askvideo.com und nimm dir die Zeit um das Level eines guten Sounds zu erreichen. „Und dafür würde dir so gut wie jeder Produzent der Welt Tipps geben, wenn du ihn respektvoll anschreibst – ein paar Zeilen ohne Rechtschreibfehler, nicht zu kurz und nicht zu lang. So kannst du Mentoren und Ratgeber finden, an deren Feedback du wachsen kannst.“

 

 

#5: Learn your Crafts! Mach das, was du tust, zu einer Wissenschaft. Such dir Mentoren und werde besser und besser. Erst dann geh raus in die Welt und zeig dich den Leuten. Denn für den ersten Eindruck hast Du nicht sehr viele Schüsse frei.

Während ich so mit Fabian spreche, bin ich beeindruckt. Vor mir sitzt ein weiterer Beweis dafür, dass Begeisterung, Beharrlichkeit und ein klarer Fokus es möglich machen, wahre Meisterschaft zu erreichen. Und mit dieser Meisterschaft lässt sich ein Beruf erschaffen, der Konto und Seele gleichermaßen erfüllt.

Text: Marcell Heinrich, Fotos 1,2,3,5,7,8,10,11: Marcus Jacobi, Fotos 4,6,9,12: Marcell Heinrich

 

Fabians HERO-Tipps für angehende Musikproduzenten:

Behalte deinen „normalen“ Broterwerb solange, bis du vor lauter Musikaufträgen keine Zeit mehr dafür hast und die Musik dich finanziell wirklich trägt. Dann erst beende alle anderen Jobs.


Wenn du längere Zeit unzufrieden bist mit deinen Ergebnissen, dann bleibe unbedingt am Ball und vertraue darauf, dass es demnächst besser wird. Analysiere weiter gewissenhaft und verzweifle nicht. Sei dir sicher: deinem größten Idol geht es ganz genauso.


Verlieb dich beim Erschaffen nicht in endlose Detail-Frickelei. Lass Dich auf Deadlines ein und lerne unter Druck abzuliefern, auch wenn das Resultat aus deiner Sicht noch nicht perfekt ist.


Lerne gutes Englisch, ein absoluter Vorteil in dem Business.

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8 comments - leave a comment

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